Immer einen Schritt voraus.

11.09.2019

 

Dieses Interview ist erschienen im Ergon Magazin SMART insights 2019. Das vollständige Magazin erhalten Sie hier.

Von der Idee zum erfolgreichen Produkt. Zukunftsfähig, sicher und für Kunden relevant sollte es auch noch sein. Marc Bütikofer, Vater der heutigen Airlock-Komponente Identity und Access Management (IAM), über die Geburt und das Wachstum des Produkts und was es braucht, um Hackern das Leben zu erschweren.

Seit wann bist du bei Ergon?

Ich bin seit 2000 hier und bin als Nummer 46 direkt nach meinem Informatikstudium eingestiegen.

Gefällt’s dir?

Ja, super! Sonst wäre ich auch nicht mehr da. Mir gefallen die Kultur und das Wertesystem, auch wenn sich das natürlich mit der Zeit und mit mehr Mitarbeitern etwas gewandelt hat. Aber ich hätte nie gedacht, als wir 60 Leute waren, dass das mit 100 immer noch so funktioniert. Und jetzt sind wir knapp 300 Leute. Aber was uns wichtig ist, Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit, das blieb auch über die Jahre erhalten. Logisch, es braucht ein paar Strukturen mehr, man wird etwas anonymer, kennt nicht mehr jeden, aber sonst ist es immer noch so. Und natürlich die Entwicklung von Airlock mit anzusehen und vor allem mitzugestalten, das war und ist immer noch hochspannend.

Der Security-Bereich ist dein Steckenpferd – was fasziniert dich daran?

Schon im Studium habe ich mich, wo es möglich war, auf das Thema spezialisiert, damals vor allem auf Kryptologie. Und beim Militär war ich auch in so einer Krypto-Truppe, wo wir unter anderem «gehackt» haben. Ein Kollege von mir, der da mit dabei war, hat das Ganze in mir sicher auch geprägt. Der konnte wirklich gut hacken und mich reizte das immer mehr, in diesem Security-Business etwas zu machen.

Du warst massgeblich an der Entstehung von Airlock IAM beteiligt und verantwortest die weitere Entwicklung. Wie kam es dazu?

Das war natürlich nicht nur ich, es ist immer eine Teamleistung. Meine Arbeit war damals einfach der Funken. (lacht)

Nein, im Ernst: Das Thema Sicherheit faszinierte mich wie gesagt schon länger und bei Ergon war ich im richtigen Umfeld, um mich auf diesem Gebiet zu entwickeln. Ergon machte damals bereits viel im Bankensektor und daher war das Thema schon immer wichtig. Als man dann zwei- bis dreimal etwas Ähnliches bei verschiedenen Kunden implementierte, dachte man so langsam darüber nach, ob man nicht eine Art Produkt daraus machen könnte, das man wiederverwenden kann. Wenn damals ein Projekt abgeschlossen war, kam es schon auch mal vor, dass man mal drei Wochen Zeit hatte. Und so wollte es der Zufall, dass das bei mir der Fall war. Unser damaliger CEO Patrick war ebenfalls einverstanden und deshalb habe ich mich dem Thema Authentisierung mal gewidmet und es entstand Medusa, was heute Airlock IAM ist. Ich bin schon ziemlich stolz auf «mein» Baby, auch wenn es mittlerweile schon erwachsen geworden ist.

Beim Thema Security rennt man doch sicher immer etwas der Zeit hinterher, nicht?

Es ist teilweise schon ein Katz-und-Maus-Spiel. Aber im Schweizer Markt, und speziell im Bankensektor, haben wir auch Glück, dass viel in die Sicherheit investiert wird. Das verschafft uns natürlich einen Vorteil. Und wenn Angreifern der Aufwand zu gross wird, gehen sie auf ein leichteres Ziel. In Untergrundforen fand man schon Aussagen wie «Schweizer Banken sind zu aufwendig zum Hacken, wir nehmen lieber die im Osten». Auch Hacker ticken nach dem Kosten-Nutzen-Prinzip.

Wie schaffst du es, dass das Produkt nachhaltig erfolgreich bleibt?

Unsere Aufgabe im Produktmanagement ist, zu schauen, was der Markt braucht. Gleichzeitig gilt es aber auch, die Bedürfnisse der Kunden nicht einfach alle aufzunehmen. Der Kern der Lösung muss Sinn machen und auch weiter verkaufbar bleiben. Es ist schon ein gewisser Spagat.

Um am Puls der Zeit zu bleiben, reden wir natürlich viel mit Kunden, arbeiten mit Analysten und Marktforschungsinstituten. Und die Mitarbeiter darf man natürlich nicht vergessen. Wir haben einen Haufen gute Leute, die nur so vor Ideen sprudeln. Wir sind dann der Katalysator, der alles sortieren und in die richtige Reihenfolge bringen muss. Eine gewisse Spürnase und natürlich die über die Jahre gewonnene Erfahrung helfen dabei.

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