Künstliche Intelligenz unterstützt die individualisierte Kinderonkologie
Zürich, 24.06.2026
Beim Ergon Healthcare Breakfast gewährte Dr. Fabio Steffen, Leiter der Funktionellen Präzisionsonkologie am Universitäts-Kinderspital Zürich, Einblicke in das Potenzial künstlicher Intelligenz (KI) bei der Behandlung von Hochrisikokrebs bei Kindern. Im Fokus stand dabei eine zentrale Frage: Wie kann Technologie dazu beitragen, für jedes Kind die richtige Therapie zu finden?
Jedes Kind ist einzigartig: Die Suche nach der individuell abgestimmten Therapie
Dr. Steffen eröffnete seinen Vortrag mit einem fiktiven Beispiel, das dennoch nahe an der Realität bleibt: Ein zehnjähriges Mädchen leidet an einer Hochrisikoleukämie, hat einen Rückfall nach Stammzelltransplantation und spricht nicht mehr auf die gängigen Behandlungen an. Was tun, wenn klassische Therapien versagen? Genau hier setzt Präzisionsonkologie an – mit der Suche nach individuell passenden Medikamentenkombinationen.
Funktionelle Präzisionsmedizin: Der Weg zur optimalen Arzneimittelkombination
Die Herausforderung: Arzneimittel können auf unterschiedlichste Arten miteinander kombiniert werden. Mittels Verknüpfung von Drug Response Profiling, Genomsequenzierung und Datenpunkten aus der Routinediagnostik wird für die Patient:innen ein massgeschneiderter Therapieplan entwickelt. Menschliche Erfahrung im interdisziplinären Tumorboard trifft dabei auf computergestützte Auswertung – KI kann dabei unterstützen, die wachsende Informationsflut effizient zu erschliessen, das Wissen zu strukturieren und in fundierte Therapieoptionen zu übersetzen.
KI und internationale Vernetzung als Zukunftsmodell
Ein weiteres Highlight: Die datenbasierte Forschung funktioniert nur durch den intensiven Austausch mit anderen Zentren in der Schweiz und in Europa. Wer seltene Erkrankungen wie Kinderkrebs besser behandeln will, brauch grosse Kooperationsnetzwerke und moderne Begriffsmodelle – etwa die Einbindung von Literaturrecherche direkt in den Therapieprozess. Das vorgestellte Modell ermöglicht es, medizinische Fakten effizient zusammenzutragen, systematisch zu evaluieren und im Forschungskontext mit klinischen Erfahrungswerten zu verfeinern.
Vom Forschungsansatz zum Proof of Concept: Partnerschaft mit Ergon
Dieses innovative Vorgehen wäre nicht möglich ohne enge Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Ergon und weiteren Partner:innen – darunter auch Google Cloud – werden digitale Lösungsansätze entwickelt, die es erlauben, aus komplexen Daten nutzbares Wissen für den Klinikalltag zu generieren. Dr. Steffen dankte ausdrücklich dem gesamten Projektteam, das mit Expertise, Engagement und Leidenschaft an Fortschritten für junge Patient:innen arbeitet.