Presseartikel bis 2006
2006
Die Zürcher Ergon Informatik AG trotz dem Offshoring-Trend
1000 Kilometer südöstlich von Zürich arbeiten Programmierer für einen Drittel des in der Schweiz üblichen Lohnes. Noch ein paar Flugstunden weiter Richtung Asien, und der Lohn sinkt noch tiefer. Ist die Schweizer Softwareindustrie da noch überlebensfähig? Ja, heisst es bei der Ergon Informatik AG, wenn aber nicht billiger, muss man cleverer sein.
Mobiles Zugpersonalgerät der SBB
Die Anzahl mobiler Geräte ist in den vergangenen Jahren markant gestiegen. Viele Unternehmen versprechen sich dadurch eine Produktivitätssteigerung – auch Geschäftsanwendungen laufen vermehrt auf mobilen Geräten. Denn die Kunden wollen heute die Dienstleistung jederzeit und an jedem Ort beziehen: So auch die Kunden der SBB. Das neue Zugpersonalgerät, das seit Herbst 2005 eingesetzt wird, verkauft dieselben Billette wie ein Schalter am Bahnhof und gibt Fahrplanauskünfte. Eine entsprechende Software stellt sicher, dass die Daten jederzeit bereit stehen. Damit die Software auch auf der nächsten Hardware-Generation läuft, wurde sie plattformunabhängig programmiert.
Material- und Wartungsbewirtschaftung lässt sich Software von der Zürcher Mespas auch auf den Ozeanen zentral abwickeln. Um «offline» zu arbeiten, war ein neues Tool gefragt. «Ohne unsere klaren Vorgaben und ohne die enge Zusammenarbeit mit den Ergon Java-Entwick- lern wären wir gewiss nicht so schnell und effizient zu dem neuen Tool gekommen.»
Aspektorientierte Programmiersprachen erhöhen die Produktivität der Entwickler und ermöglichen besser wartbare Software.
Die objektorientierte Programmierung ist weit verbreitet, hat aber sicher nicht alle an sie gestellten Erwartungen erfüllt. Mit ihren Abstraktionsmöglichkeiten ermöglicht sie es den Entwicklern, einen Teil der inheränten Komplexität heutiger Applikationen mit den neuen Sprachmitteln zu bewältigen. Das Konzept von Klassen, die Verhalten voneinander erben können, erleichtert die Modularisierung und Wiederverwendung von Programmcode.
Es zeigt sich jedoch, dass dem Versuch Grenzen gesetzt sind, den Programmcode allein über das Klassenkonzept und die damit gegebenen Möglichkeiten zu modularisieren.
Viele Anwender und Entwickler kennen und schätzen Open-Source-Software als Selbstbedienungsladen. Man braucht ein Tool oder eine Bibliothek, wirft die Suchmaschine an, betrachtet kurz die Treffer und holt sich die vielversprechendste Alternative vom Netz. Nur noch installieren, dann kann die Arbeit losgehen. Gekostet hat das Ganze lediglich ein paar Minuten Zeit.
2005
Ab 1. Dezember 2005 wird bei der SBB die von Ergon entwickelte Lösung für die Zugbegleiter der SBB erweitert: Neu können nun auch MMS Tickets direkt vom Gerät gelesen werden.
Nach vorgängiger Registrierung können sich Bahnreisende das Billett zwischen den 40 wichtigsten Destinationen aufs Handy schicken lassen. Ein Anruf beim Rail Service genügt und das persönliche und datierte Ticket wird direkt aufs Handy geschickt. Ebenfalls mitgeschickt wird ein "2D-Barcode", der dem Zugpersonal zur Kontrolle dient und Missbrauch verhindert.
Seit diesem Juli setzt die SBB eine von der Zürcher Softwareschmiede Ergon Informatik entwickelte Software in ihren mobilen Terminals ein.
Das so genannte ZPG II (Zug Personal Gerät) soll den Bahnbeamten die tägliche Arbeit erleichtern. Mittels GPRS oder WLAN ist das Personal mit den zentralen SBB-Systemen sowie unter sich verbunden. Der früher obligatorische Weg zum Datenabgleich im Depot gehört der Vergangenheit an. Ausserdem ermöglicht das ZPG II die Anwendung der neusten Sicherheitsstandards bei der Kontrolle von Online-Tickets. Die Software von Ergon ist plattformunabhängig. Durch die erstmalige Trennung von Hard- und Software wollen die 3GB den Entwicklungsprozess beschleunigen und eine Abhängigkeit von den Geräteherstellern vermeiden. Bei den 5GB sind mittlerweile 150 mobile Terminals im Einsatz. Die Ergon Informatik wurde 1984 in Zürich gegründet und hat sich in der Schweiz auf die Entwicklung von lndividualsoftware spezialisiert.
Der Zürcher Softwarehersteller Ergon entwickelte die Software für das neue mobile Terminal des SBB-Zugpersonals. Das ZPG II (Zug Personal Gerät) gennannte Terminal ist bei der SBB seit Juli 2005 im Einsatz. Bislang werden 150 Geräte eingesetzt, bis Ende November 2000 werden alle der rund 2000 Zugbegleiter über ein persönliches ZPG II Gerät verfügen.
Die ZPG II Lösung bietet eine Reihe neuer Funktionen und Hilfsmitteln an. Das Zugpersonal ist damit mittels GPRS oder WLAN mit den zentralen SBB-Systemen sowie untereinander verbunden. Bereits erfasste Daten können von Gerät zu Gerät übermittelt werden. Gleichzeitig kann das Zugpersonal jederzeit auf Online-Daten wie etwa die Abonnenten-Datenbank zugreifen.
Zahlreiche Dokumente und tagesaktuelle Kundeninformationen wie Informationen über sämtliche Bahnhöfe, Fahrpreise, Abfahrts- und Ankunftszeiten, Verspätungen oder Ansagen stehen dem Zugpersonal und entsprechend auch den Fahrgästen nun in elektronischer Form zur Verfügung.
Mit der Lösung für das ZPG II hat Egon eine neue plattformunabhängige Software in Java entwickelt. Dies verhindere eine Gerätehersteller-Abhängigkeit seitens der SBB, heisst es in der Pressemeldung.
Seit Juli dieses Jahres sind einige Kondukteure der SBB mit einem neuen mobilen Terminal unterwegs. Das Gerät, das die SBB in wunderbarem Beamtendeutsch "Zug Personal Gerät Zwei" genannt hat, wird den Kondukteuren als mobiles Infoterminal sowie als Billet-Ausgabe und -Kontrollgerät dienen. Momentan werden etwa 150 Geräte eingesetzt. (Wer sich dafür interessiert: man erkennt sie an ihrem feuerroten, flachen Gehäuse.) Das ZPG II soll nun etappenweise bis im November eingeführt werden.



